Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Paradies)
Unten stehenden Artikel fand ich in meinen Unterlagen.
Leider weiß ich nicht mehr, woher ich ihn habe. Aber er war mir so wichtig,
dass ich von meinem Grundsatz, nur Eigenes auf dieser Webseite zu veröffentlichen,
abweiche.
Wenn ich die Aussagen des Artikels nachzuempfinden versuche, entdecke ich für
mich folgendes (und dies biete ich den Lesern an):
Die überwiegende Mehrzahl der Meditierenden ist auf der Suche
nach Glück.
Dies ist natürlich bis zu einem gewissen Grad berechtigt. Doch
löst man sich nicht irgendwann von diesem Wunsch, kann er zu einer entscheidenden
Falle werden. Die Suche nach Glück liegt für mich in dem Wunsch des
Egos, die Ausgeglichenheit zu finden, die auf der Ebene der Persönlichkeit
(der Dualität) nicht zu halten ist. Also bleibt dieses Glück immer
fragil. Nach dem chinesischen Weltbild ausgedrückt: Sind Yin und Yang nicht
mit dem Tao (dem Kreis um Yin und Yang) verbunden, so verhält sich der
„errungene“ Ausgleich (Glück), wie das Blatt an einem Baum.
Der kleinste Windstoß treibt es aus seiner Stille.
Von meinen Erdungsübungen her betrachtet: Ich kann die Sitzhöcker
reinigen so viel ich möchte, verbinde ich sie über das Dreieck nicht
mit dem Steißbein, so falle ich bei jedem eigenen Gedanken oder äußeren
Anstoß aus meiner Tiefe (Glück) heraus.
Das sich Verlieren in die Dualität (Ego), das nicht Angebundensein an
das Transzendente (Sein) verursacht die Glücklosigkeit bzw. das Unglücklichsein.
Wir sind dann immer auf der Suche und hetzen von einer „Erfüllung“
oder „Bestätigung“ zur nächsten, doch diese Erfüllungen
und Bestätigungen sind flüchtige Gesellen. Sie verschwinden so schnell
wie sie gekommen sind. Wie im unten zitierten Artikel angedeutet, liegt gerade
in dieser Hetze die Ursache für das Unglücklichsein. Spinne ich diesen
Gedanken weiter, so liegt in der Muße das Glücklichsein. Und Muße
ist ja nicht Nichtstun sondern Tun ohne zu tun.
Was für mich in dem Artikel auch durchschimmert, ist, wie stark unsere
Vorstellungen und Wünsche, unser Glück oder Unglück beeinflussen.
Doch wie jeder feststellen wird, findet man in diesem „Wenn… dann…“
keine bleibende Erfüllung. So befindet sich in der Sammlung von Reichtum,
Prestige oder Erfolgen kein dauerhaftes Glück. Wo dann?
Die Weisen aller Zeiten predigen es: Nur in unserem Innern, im Sein. Und genau
dies werden die Forscher nie finden können. Sie erforschen, welche Obstsorte
für unsere Zufriedenheit wirkungsvoller ist: Birnen, Kirschen oder Äpfel.
Sie übersehen, dass ich den Baum pflegen muss, um leckere Birnen, Kirschen
oder Äpfel genießen zu können. Sie übersehen noch mehr,
dass es ohne entsprechende Erde keinen Baum geben kann. Habe ich die entsprechende
Erde, wächst ein gesunder Baum, und ich bekomme einmal im Jahr köstliches
Obst. Ich darf mich nicht auf das Obst beschränken, sondern muss die Erde
und vor allem den Pflanzenden (Beobachter) in mir finden.
Einen Gedanken möchte ich noch ausspinnen: Es ist für mich
bezeichnend, dass Arbeitslosigkeit der Glücksmörder Nummer eins zu
sein scheint. Das zeigt für mich, wie Stark der Drang des Menschen zum
Tun, zum Handeln ist. Dem müssen wir auch als Meditierende gehorchen. Darum
sind Übungen, ist das Üben, so wichtig. Denn das ist auch tun.
Allerdings sollten wir bei allem Üben die Änderung der Sicht
nicht vergessen. Sonst bleiben wir trotz allen Meditierens in der gleichen Falle
wie die Menschen, die im Außen ihr Glück suchen.
Hier nun der aus dem Internet kopierte Artikel:
„Wirtschaftsforscher entdecken das Glück als Maß allen Wohlstands.
Nun vermessen sie weltweit die Zufriedenheit von Berufspendlern, Eheleuten oder
Arbeitslosen. Den verstorbenen Gatten kann nichts ersetzen. Oder doch? Wie wäre
es mit 21.000 Euro im Monat? Das sollte den Gram der Durchschnittswitwe auf
lange Sicht ziemlich genau ausgleichen. Der britische Ökonom Andrew Oswald
hat das ausgerechnet. Diese Summe, meint er, steigert das Wohlbefinden im gleichen
Maß, wie der Tod es gesenkt hat.
Glücksfaktor Ehe (im Spielfilm "My Big Fat Greek Wedding"):
Hebt nur das Paardasein dauerhaft das Lebensgefühl?
So denken Statistiker. Für sie gibt es in der Gefühlswelt nur Ausschläge
nach oben oder unten. Was auch immer dem Menschen geschieht, er fühlt sich
hinterher entweder besser oder schlechter. Und das eine lässt sich mit
dem anderen verrechnen. Oswald konnte eine Fülle von Daten aus Umfragen
auswerten. Rund 7500 Briten gaben sieben Jahre lang Auskunft über ihre
Lebenszufriedenheit. Hunderte strichen in dieser Zeitspanne unverhofft Lotteriegewinne,
Preisgelder, Erbschaften ein. Andere wieder verloren Teile ihres Vermögens.
Oswald verfolgte, wie sich das auf die Kurve des Wohlbefindens niederschlug.
Dann verglich er damit die Wirkungskraft anderer Ereignisse - von der Arbeitslosigkeit
bis zum Kindersegen. Der Forscher sucht nicht weniger als das Maß für
das Glück und sein Gegenteil. Damit ist er nicht allein. Eine wachsende
Schar von Ökonomen hat sich weltweit aufgemacht, die Lebenszufriedenheit
der Menschen zu messen.
Vorvergangenes Wochenende kamen die Glücksforscher zu einem internationalen
Kongress in Mailand zusammen. Dort zeigte sich die ganze Vielfalt der neuen
Denkrichtung. Die einen untersuchen den Einfluss der Paarbindung, andere haben
sich den Fluglärm auserkoren, die Inflation oder die Ungleichheit der Einkommen
im Land. Die Frage nach der Glückswirkung lässt sich jeweils ganz
einfach ausdrücken: Wie viel Geld müsste man den Leuten geben (oder
wegnehmen), um sie im gleichen Maß zu erfreuen (oder zu verdrießen)?
Da kommen zum Ausgleich schnell große Summen zusammen. Das muss auch so
sein, denn das Geld wirkt umgekehrt erstaunlich schwach aufs Wohlbefinden: Als
Maß der Dinge ist es noch weniger brauchbar als gedacht. In den reichen
Ländern des Westens hat sich zum Beispiel das Einkommen pro Kopf nach dem
Zweiten Weltkrieg rund verdreifacht. Dennoch zeigen sich die Leute in Umfragen
bis heute nicht glücklicher als damals. Hier hat steigender Wohlstand offenbar
nur noch einen Statuswert - man muss mit den Nebenmenschen mithalten. Anders
in den armen Ländern. Dort liegt die allgemeine Zufriedenheit meist niedriger
als in den wohlhabenden Weltgegenden. Die Ökonomen vermuten deshalb, dass
der Glückspegel steigen kann, bis die Existenz rundum gesichert ist. Dann
aber wird die Kurve rasch flach. Allerhand Lebensfragen erscheinen damit in
neuem Licht: Wenn ein höheres Gehalt nicht wirklich euphorisiert, wären
Kinder statt Karriere dann die bessere Wahl? Die Antwort der Glücksforschung:
auch egal. Kinder bewirken gar nichts, abgesehen von einem kleinen Glücksschub
nach der Geburt. "Das ist verblüffend", sagt Oswald, "aber
wir finden es immer wieder bestätigt." Die Menschen gewöhnen
sich offenbar an alles, mit wenigen Ausnahmen: Lebenspartner heben dauerhaft
den Glückspegel, Krankheiten senken ihn. Arbeitslosigkeit trifft die Menschen
härter als alle anderen Faktoren, von schweren Erkrankungen abgesehen.
Das gälte selbst dann, wenn sie den Lohn in voller Höhe fortbezahlt
bekämen. Mit all diesen Befunden möchten die Glücksforscher eine
Wende in ihrem Fach anstoßen. Bislang haben die meisten Ökonomen
sich die Gesellschaft mit einem recht blutleeren Modell erklärt: Demnach
betritt der Mensch den Markt als rationaler "Agent", kalt wie ein
Automat und immer bestrebt, zu möglichst geringen Kosten seinen Nutzen
zu mehren. Ob es dem Agenten gut oder schlecht ergeht, nachdem er einen Porsche
auf Kredit gekauft hat, ist in diesem Modell egal. Er hat seine Wahl getroffen,
alles andere tut nichts zur Sache. Selbst wenn der Agent arbeitslos wird, ist
das für Ökonomen alten Schlags nur ein Problem von Angebot und Nachfrage:
Er mochte eben nicht billig genug seine Arbeitskraft verkaufen. Dass reale Menschen
aber auch - vom Geld abgesehen - inständig gern arbeiten, ist in dem altgedienten
Modell gar nicht vorgesehen. Den Glücksforschern genügt es deshalb
nicht mehr. Sie wollen das Lebensglück als ökonomischen Faktor in
die Modelle einbauen; denn die Jagd danach ist es, sagen sie, was den fühlenden
Menschen im richtigen Leben umtreibt. Deshalb müsse sorgsam gemessen werden,
so die neuen Ökonomen, ob der Glücksjäger erfolgreich war, ob
er sich in falsche Hoffnungen verrannt hat oder ob ihm einfach nur eine steigende
Inflation sein Dasein verleidet. Nur auf diese Weise erfahre man genau, wie
sich das allgemeine Wohlbefinden steigern lasse. Und darauf läuft schließlich,
wenigstens in der Theorie, die ganze Wirtschaft hinaus. Was zählt am Ende,
wenn nicht das Bruttoinlandsprodukt an Lebenszufriedenheit? Die Daten der Glücksfraktion
kommen aus Umfragen, wie sie fast überall auf der Welt seit Jahrzehnten
reichlich erhoben werden. Material aus 68 Ländern hat der niederländische
Soziologe Ruut Veenhoven in seiner Arbeit zusammengetragen. Die Ökonomen
brauchen davon nicht viel mehr als die Auskunft, wie die Leute mit ihrem Dasein
im Allgemeinen zufrieden sind (auf einer Skala von "sehr" bis "gar
nicht").
Solche pauschalen Antworten sagen wenig über das wahre Glück. Darum
geht es auch nicht. Wichtig ist nur, wie der Pegel im Lauf der Jahre schwankt,
wie stark er ausschlägt, wenn die Dinge sich ändern, und welchen Einfluss
etwa Beruf oder Wohnort haben. Das genügt den Forschern, um aus den Datenmassen
immer mehr Befunde herauszufiltern: wie viel Zufriedenheit die Gebildeten den
Ungebildeten voraushaben, die Frauen den Männern, die Jungen den Älteren.
Im durchschnittlichen Lebenslauf, so viel steht bereits fest, beschreibt das
Glück eine unerwartete U-Kurve: hoch am Anfang, tief zwischen 30 und 35
Jahren, wieder ansteigend bis ins hohe Alter. Der Zürcher Ökonom hat
gerade den Glücksgrad der Berufspendler untersucht. Gemäß der
Theorie nehmen diese Leute lange Wege in Kauf, weil sie sich dafür einen
Ausgleich versprechen: den höheren Lohn in der Stadt, das schönere
Haus draußen auf dem Land. Diese Rechnung geht aber, statistisch gesehen,
nicht auf. Pendler sind deutlich weniger glücklich, fand Frey. Die Zeit,
die sie auf dem Weg zur Arbeit vergeuden, fehlt ihnen, so scheint es, für
die Produktion von Lebenszufriedenheit im Kreis der Lieben. Freunde und Familie
sind eben Güter, deren Wert sich erst im Erleben zeigt, sagt Frey: "Sie
werden systematisch unterschätzt."
Wer die Wahl hat, nimmt das Geld. Zufrieden machen aber ganz andere Dinge.
Zumindest in der Schweiz gehört, wie Frey ermittelte, die direkte Demokratie
zu den Glücksfaktoren. Die Eidgenossen stimmen für ihr Leben gern
ab, sei es übers neue Asylgesetz oder über die "Gewährung
einer Hilfe an die Holzverzuckerungs-AG". Allerdings gestatten die 26 Schweizer
Kantone die Mitbestimmung in ganz unterschiedlichem Maß - und je mehr,
desto besser fühlen sich offenbar die Bürger. Das kommt nicht nur
daher, dass in abstimmungsfrohen Kantonen die Politiker vielleicht volksnäher
entscheiden. Von diesen Segnungen profitieren ja auch die Ausländer in
der Schweiz. Bei denen schwankt aber der Glückspegel kaum von Kanton zu
Kanton - sie dürfen nicht abstimmen. Die häufigen Urnen-Akte scheinen
also allein schon das Lebensgefühl im Gemeinwesen zu heben. Ein Schweizer,
der vom Kanton mit der schwächsten Mitbestimmung (Genf) in den mit der
stärksten (Basel-Landschaft) zieht, hat demnach eine Menge Glück zu
gewinnen. In Geld umgerechnet: Es bringt ihm mehr, als wenn er von der niedrigsten
in die höchste Einkommensgruppe befördert würde. Das kann man
glauben oder nicht. Das Zufriedenheitsmaß hat geradezu das Zeug zu einer
neuen Währung. Alles, was im Leben zählt, kann mit ihr verrechnet
werden. "Alles hat seinen Preis in der Glücksökonomie",
so sagt es der britische Ökonom Oswald. Wenn es nach ihm ginge, käme
das Maß auch bald eifrig zum Einsatz - zum Beispiel bei Schadensersatzklagen
vor Gericht. "Wir können emotionale Verluste beziffern", sagt
Oswald, "etwa für einen Mann, dessen Ehefrau seit einem Unfall im
Koma liegt." Vor allem aber hat Oswald die Politik im Sinn. "Wer an
die nächste Wahl denken muss", sagt er, "sollte auf die Ergebnisse
der Glücksforschung achten." Eine lustige Vorstellung: Politiker,
die für jede Tat vorher am Computer Glücksertrag und Verdrusskosten
kalkulieren. Der Schweizer Ökonom Frey hält davon nicht so viel. "Die
Technokraten unter uns", sagt er, "finden solche Träume natürlich
sehr verlockend." In Wahrheit aber sind die Chancen nicht sehr hoch, dass
der Fortschritt eines Tages an einem Glücksindex, kurz Glüx, gemessen
wird. Das Hauptproblem der Glücksforschung besteht darin, dass sie angewiesen
ist auf die Selbstauskunft der Befragten. Die pauschale Frage nach der Lebenszufriedenheit
hat jedoch ihre Grenzen. Das sieht auch der Psychologe aus Princeton, ein Glücksforscher,
der gerade den Nobelpreis für Ökonomie gewonnen hat. "Die Leute",
sagt er, "beurteilen ihr Leben oft eher danach, wie sie meinen, dass es
sein sollte." Kahneman will direkter an das Erleben heran. Deshalb lässt
er seine Probanden jeweils den Verlauf des vorherigen Tages auflisten: die Fahrt
zur Arbeit, das Schwimmen mit den Kindern, den Abend über der Steuererklärung.
Dann bewerten sie jedes Ereignis auf einer Skala der Erfreulichkeit. Das ergibt,
sagt Kahneman, eine ziemlich wirklichkeitsnahe Emotionskurve. Ganz oben im Katalog
der schönen Erlebnisse rangiert der Sex, danach kommt das Ausspannen mit
Freunden und an dritter Stelle bereits das Mittagessen mit Kollegen. Am unteren
Ende der Skala dagegen ist alles versammelt, was in Eile zu geschehen hat: "Jeglicher
Zeitdruck", sagt Kahneman, "ist ein Genusskiller." Singles schnitten
durchweg erstaunlich gut ab: Im Tageslauf erleben sie mindestens ebenso viele
frohe Stunden wie die Paarmenschen. Warum sie sich dennoch, pauschal gefragt,
stets als weniger glücklich einschätzten, ist bislang ungeklärt
- vielleicht aus dem Glauben heraus, dass zu einem guten Leben einfach zwei
gehören. Die Rätsel gehen der Glücksforschung so schnell nicht
aus. Als Nächstes, sagt Bruno Frey, sollte man untersuchen, inwieweit rundum
zufriedene Menschen anders handeln. Zahlt es sich aus, sie glücklich zu
machen? Sind sie dann gesünder - und, vor allem, produktiver? Vielleicht
schließt sich ja der Wirtschaftskreislauf am Ende, und aus Glück
wird wieder Kapital. Etliche Studien deuten bereits darauf hin. Nun gilt es,
diesen Glückseffekt zu messen - praktische Folgen nicht ausgeschlossen.
"Dann werden wir zum Beispiel sehen", sagt Frey, "was in einem
Betrieb unterm Strich die Mitbestimmung bringt."
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