Krankheiten
(Text vom 03.05.2002)
Ich möchte die Krankheiten in vermeidbare, unvermeidbare und Unfallkrankeiten
aufgliedern.
Unfallkrankheiten
Dass bei vielen Unfällen die emotionalen oder mentalen Zustände mitspielen
und wir dadurch nicht nur Opfer, sondern auch Täter sind, wird jedem einleuchten.
Das ist offensichtlich. Darüber möchte ich gar nicht schreiben.
Unvermeidbare Krankheiten
Ich gehe davon aus, dass unser irdisches Leben ein einziger Erfahrungs- und
Reinigungsprozess ist. So gehören Krankheiten zu diesem Prozess dazu. Die
Krankheiten sind uns begleitende Mahnungen aus den Tiefen unseres individuellen
Seins. Sie erinnern uns ständig daran, dass wir nicht vollkommen sind,
uns meistens in die Aussenwelt verlieren und die Impulse aus der Tiefe ignorieren
oder gar nicht wahrnehmen.
Nun kommt es meines Erachtens darauf an, wie wir mit diesen Krankheiten umgehen.
Sehen wir uns als Opfer oder Täter? Fallen wir in Selbstmitleid oder Selbstvorwürfe?
Beides wäre nur so weit in Ordnung, wenn wir das Selbstmitleid oder die
Selbstvorwürfe als Objekt unserer Betrachtung nehmen würden. Identifizieren
wir uns damit, verfehlen wir die Botschaft dieser Krankheiten. Das ist eindeutig.
Es bleibt uns nichts weiter übrig, als zwischen den beiden Extremen einen
Mittelweg zu finden. Doch dieser Mittelweg heißt nicht sich damit abzufinden,
also passiv zu dulden oder gar diese Krankheiten zu glorifizieren, was in der
"modernen" Esoterik so populär ist. Dies gehört für
mich zur Hybris und ist vollkommen abzulehnen. Es geht darum, sich immer wieder
(besser: häufig) den Symptomen der Krankheit zu stellen und sich von den
Botschaften belehren zu lassen. Was ist eine Botschaft, werden manche nun fragen:
Jede Empfindung, die dann in uns aufsteigt. Diese Empfindungen sind keineswegs
zu analysieren, wie es heute so üblich ist, sondern nur zur registrieren
und als Empfindung in der Empfindung wirken und nachklingen zu lassen.
Vermeidbare Krankheiten
Die unvermeidbaren Krankheiten machen keine 20 % aller Krankheiten aus. Die
vermeidbaren aber sind die Regel.
Ich möchte mit einem Bild beginnen: Jemand macht ungeübt einen 10
000 m Lauf. Nach diesem Lauf wird er sich schwerlich mit anderen Dingen beschäftigen.
Er legt sich hin, atmet schwer, empfindet die Erschöpfung seines Körpers
und schläft wahrscheinlich ein. Er gewährt seinem Körper so lange
eine Regeneration, bis dieser den Vollzug der Erholung meldet. Dann fühlt
der Mensch sich erfrischt, denn die Energien fließen wieder, für
seine Verhältnisse optimal, durch seinen Körper. Dann erst ist er
für weiteres offen.
Genau das machen wir bei Krankheiten nicht. Wir versuchen den Bereich der Krankheit
empfindungsmäßig auszugrenzen. Wir leiden unter dem Schmerz, aber
sehen den Schmerz nicht als Signal einer Fehlentwicklung. Oft genug wird der
Schmerz als Krankheit angesehen. Ist der Schmerz weg, fühlt man sich gesund.
Das sind wir dann aber keineswegs.
Diese Krankheiten sind durchweg eine Unterversorgung mit feinstofflichen Energien,
sie sind die Symptome dieser Unterversorgung. Diese Unterversorgung ist die
eigentliche Krankheit, der eigentliche Fehler.
Festhalten möchte ich hier:
Die unvermeidbaren Krankheiten haben ihren Ursprung in einer tieferen
Schicht unseres Wesens, während vermeidbare Krankheiten in der Persönlichkeit
begründet sind.
Aber beide sind ein Appell, sich den Gegebenheiten zu stellen. Gefährlich
wird es, wenn wir die Gesundheit als Norm nehmen, denn selbst die Ärzte
können Gesundheit nicht definieren und Graf Dürckheim sprach von der
heil-losen Gesundheit.
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