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Einleitung Persönlichkeit Transpersonaler Mensch Meditation Differenziertes Übungen Supervision

Einführung in die Meditation

Emotionen, Gefühle und Empfindungen

Das Üben mit einem Mantram

Hindernisse - Widerstände

Zeitintensive Meditation

Die Erdung

I - zwei Beispiel für die Wirkung

II - Die Übungen

III - Erden - was ist das?

IV - Eine Übungsanleitung

V - Erden im Sitzen, Liegen, Stehen, Gehen

VI - Das Brechen der Schale

VII - Überraschungen

VIII - Kommentare

Jenseits der Persönlichkeit

Meditation in Alltagssituationen

 

Einleitung zu den Artikeln über Erdung (neu)

(Text vom 15.02.2003)

Das Erden ist ein schriftlich kaum fassbarer Komplex. Gerade, was das Erden anbelangt, bleibt mir nichts anderes übrig, als beschreibend vorzugehen. Ohne sich auf das Üben einzulassen, bleibt die beschriebene Wirkung graue Theorie. Für mich steht fest, dass ohne das Erden (oder Geerdet-Sein) jegliche Meditation für die Menschen, die ein Alltagsleben in der Gesellschaft führen, sinnlos ist.
Gerade die Menschen, die sich an östlichen Meditationsformen orientieren, müssen wissen, dass das Erden für diese Meister so selbstverständlich ist, dass es in ihrer Lehre kaum erwähnt wird. So wird in dem mehrere hundert Seiten umfassenden Buch von Sogyal Rinponche "Das Buch vom Leben und Sterben" (eine "moderne Aufarbeitung" des "Tibetischen Totenbuches") das Erden nur in einem Nebensatz erwähnt. Wer Sogyal Rinponche erlebt hat und geerdet ist, weiß, wie geerdet er ist.
Eine andere Geschichte erzählte eine Teilnehmerin meiner Meditationen:
Eine Freundin von ihr hatte 2 Jahre lang mit einem chinesischen Meister meditiert. Ihr ging es in dieser Zeit sehr gut. Dann kehrte er nach China zurück. Sie bekam sehr große Probleme in ihrer Meditation und rief ihn an. Als erstes fragte er sie, ob sie sich denn vorher geerdet habe. Sie verneinte erstaunt, denn sie wusste nicht, was er meinte. Der Meister hatte das Erden nie erwähnt. Durch sein "Geerdet-Sein" hatte er sie, allein durch seine Gegenwart, im Becken und darunter "festgehalten".
Als sie nach seiner Abreise allein meditierte, bestand diese Hilfe nicht mehr und sie geriet in Schwierigkeiten.


Zum Erden gehört die Wahrnehmung des Körpers, genauer: die Wahrnehmung des Bereichs unterhalb des Nabels. Diese Wahrnehmung wird in der Esoterik der "Beobachter" genannt. Ohne diese "Institution einzuschalten" ist kein Erden möglich.

Der Beobachter
Das, was man in der Esoterik unter "Beobachter" versteht, ist eine eigenständige Bewusstseinskategorie. Da es meines Wissens für dieses Bewusstsein kein Wort in unserer Sprache gibt, nenne ich es beschreibend "Empfindungsbewusstsein". Mit einer geschulten Empfindung nimmt man den Eintritt in diese Bewusstseinsebene als flüssige oder gar gasförmige Substanz war. Mit dieser geschulten und verfeinerten Wahrnehmung erfasst man dann den Raum des Körpers und die Bereiche, die sich auch außerhalb des Körpers befinden. Man bemerkt dann auch den energetischen Zustand der anderen Menschen. Mein Begriff des Erdens geht also weit über das hinaus, was zum Beispiel die Bioenergetik von Lowen darunter versteht.
Alle Kampfsportarten des Ostens haben als absolute Basis das Geerdet-Sein. Darum gilt meine Kritik den Kampfsportlehrern des Westens, die darauf wenig Wert legen oder diesen Faktor gar nicht kennen.
Die Basis des Erdens ist der Vater-Mutter-Punkt der Chinesen, der sich im Inneren des Beckens befindet, vor dem oberen Drittel des Kreuzbeins.

Die nachfolgenden Webseiten, sollen einen möglichst einfache Beschreibung des Phänomens "Erden" bieten, um die Leser und Leserinnen zu animieren, diesem Bereich in ihrer Meditation eine größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Säule
Aus dem Geerdet-Sein erwächst dann organisch das, was ich "die Säule" nenne. Es ist das, was die Tibeter den "Vajrakörper" nennen, den "Diamantenen", den "Unzerstörbaren". Selbst, wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, bleibt die Aufmerksamkeit auf das Erden für uns Alltagsmenschen weiterhin ausschlaggebend, denn durch die vielfältigen Alltagssituationen kann sich der Vajrakörper nicht so stabilisieren, wie es von den Tibetern gefordert wird. Damit müssen wir leben. Das ist unser Tribut an unsere Lebensweise. Alles andere bleibt unerreichbare Illusion.


Es geht hier um die Entscheidung:
Lebe ich im Alltag oder ziehe ich mich zurück? (Ziehe ich mich zurück, kann sich der Vajrakörper stabilisieren.) Diese Entscheidung müssen wir fällen. Aber das eine muss uns klar sein:
Ziehen wir uns zurück, tragen wir die Verantwortung für die Menschen, die wir als Meditationslehrer führen oder eventuell verführen.

Diese Verantwortung nimmt uns niemand ab. Ich bin mir dieser Verantwortung sehr bewusst und achte darauf, dass ich mich dem Alltagsleben stelle und dass jeder Mensch seine Entwicklung selbst steuert und sich immer wieder vertraut macht mit der Stufe, auf der er angekommen ist.

Nun lade ich Sie dazu ein, die weiteren Artikel dieses Komplexes "Erden" möglichst nachvollziehend zu lesen!

 

 

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